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Erstellt von 
BM Winkler Paul

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FF - Ischgl

Katastrophenchronik

Die Gemeinde Ischgl wurde im Laufe der Geschichte von so manchen Elementar Ereignis heimgesucht.
Die Überlieferung berichtet von zahlreichen Katastrophen, die durch Wasser, Lawinen und Feuersbrünste hervorgerufen wurden.
Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Sie beschränkt sich “nur” auf die grössten Katastrophen.

 

HOCHWASSER

Am 6. August 1462 entstand, wie eine alte im Konsistorialarchiv zu Brixen befindliche Aufschreibung erzählt, im ganzen Paznaunthale eine so ungeheure Überschwemmung, dass sich das Gewässer gleichsam von einer Bergseite bis zur anderen ausbreitete und den ganzen Thalgrund ausfüllte ”. (Tinkhauser-Rapp, Bd. IV, S. 267)

Eine nicht weniger starke Überflutung ereignete sich am 18. Juli 1678. Brücken und Wege wurden weggeschwemmt.

1687 und 1725 kam es ebenfalls zu grossen Überschwemmungen.

Auch in den Jahren 1762 und 1764 richteten Überschwemmungen grosse Verheerungen an. Über die grosse Unwetterkatastrophe vom 8. bis 11. Juli 1762 berichtet Pfarrer Jodok Mattle aus Galtür, dass von Zeinis bis Hall alle Brücken bis auf drei fortgerissen wurden.

Im Weiler Pazunaun wurde die Kapelle zu den vierzehn Nothelfern stark beschädigt.
Der Fimberbach trat über seine Ufer, zerstörte im Weiler Prenner eine Schmiede und verwüstete den ganzer Weiler Innerversahl. In Innerversahl zerstörte das Wasser die Martinskapelle, im Ahli und in der Ebene drei Häuser.

Durch die “ Wassergüsse “ im Juli 1764 wurde die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle im Paznaun gänzlich weggeschwemmt, der Fimberbach bahnte sich ein neues Bett und verwüstete wieder Innerversahl. Die Schäden an Häusern, Äckern und Gütern betrugen 47.869,- Gulden.

1831 und 1833 folgten weitere Überschwemmungen von Innerversahl, worauf die Hoffnung auf eine Rettung des Weilers aufgegeben wurde. So ist der ganze Weiler verschwunden.

Im Jahre 1871 verursachte ein Hangabrutsch bei der Pitschenriefe gegenüber von Unterpardatsch die Vermurung der Fraktion Brenner. (Siehe Link “Vermurung Prenner  1871”

Vermurung Prenner 1871

Am 8. und 9. September 1960 drohte der Fimberbach neuerdings, seine Ufer zu verlassen.
Durch den Einsatz der Feuerwehr konnten an den Häusern in Prenner grössere Schäden vereitelt werden.

Einsatz Florianhaus 1960

 

LAWINEN

Am 3. Februar 1689 zerstörte eine Lawine den Weiler Piel. Dabei kamen 11 Menschen ums Leben.

Arg wüteten die Lawinen im März 1817.
Am 6. März beschätigte eine Staublawine aus dem Madlein zwei Häuser im Brand. Durch ihren Luftdruck wurden im Dorf etliche Häuser abgedeckt und der Kirchturmhelm nach Süden gedrückt, sodaß er seither etwas schief steht.

In Innermathon wurde am 8. März 1817 Schuelers Haus “ verlahnt ”. Der Besitzer war in den Keller geflüchtet, wo man ihn nach vier Tagen lebend fand.

Am 9. März 1817 zerstörte um 6.00 Uhr eine riesiege Staublawine - “die Ausser Pfonneri “ - in Untersschrofen drei Häuser. Laut Sterbebuch III der Pfarre Ischgl (1806 - 1924) konnten Juliana Paal (58 Jahre) und die Geschwister Gottlieb und Teheresia Wolf (32 und 35 Jahre) nur mehr tot geborgen werden.
Eine Vorivtafel an der rechten Langhauswand in der Mariahilfkapelle im Weiler Ebene erinnert an die Lawinenkatastrophe im März 1817.

Am Faschingssonntag 1888 wurde das Haus im “ Kichali “ von der Madleinlawine bis auf die Parterre fortgerissen. Zum Glück waren die Bewohner des Einzelhofes zu dieser Stunde bei einem Nachbarn beim “ Hangert “ und kamen so mit dem Schrecken davon.

In Vergröß verschüttete am 23. März 1919 um 17.30 Uhr eine Lawine das Wirtschaftsgebäude des Bergbauern Gottfried Walser (Paulis Gottfried). Seine 30 jährige Frau Maria, die sich mit ihrer sechs Monate alten Tochter Theresia im Stall aufhielt, wurde von einem herabstürzenden Balken geötet, das Kleinkind, von der darüber geneigten Mutter geschützt, kam mit dem Leben davon.

Am 10. Februar 1952 ging um 6.30 Uhr vom Madlein eine grosse Staublawine nieder. Die Lawine erfasste im “ Kichali “ das Haus und das Wirtschaftsgebäude des Gottfried Salner, vulgo “ Brosis Gottfried “. Das Haus wurde entgiebelt und das Wirtschaftsgebäude bis auf die Stallmauern zerstört. Gott sei Dank waren keine Menschenleben zubeklagen.

Lawine Kichali 1952

Am 21. März 1952 fielen im Larain sieben Stollenarbeiter der Vorarlberger Illwerke einer Lawine zum Opfer.

Anfangs Februar 1984 schneite es tagelang sehr stark. Es herrschte extreme Lawinengefahr. Am 9. Februar schoß die gefürchtete Madleinlawine mit ungeheurer Kraft und in gewaltiger Größe ins Tal, verlegte die Bundesstraße, sprang über die Parkgarage und verschüttete auch die Gemeindestraße. Ein 36 jähriger schwedischer Urlauber befand sich zur selben Zeit beim Wählamt der Post und kam in den riesigen Schneemassen ums Leben.
Der Schwede hatte die Absperrungen der lawinengefährdeten Zone mißachtet!

Am Sonntag, dem 5. April 1987, löste eine achtköpfige deutsche Schifahrer Gruppe im Höllental beim Einfahren in einen abseits der gesicherten Piste gelegenen Tiefscheehang eine große Lawine aus. Die leichtfertigen Wintersportler wurden von der Lawine 700 Meter in die Tiefe gerissen.
Von den sofort herbeigeeilten Suchmannschaften konnten sechs Verschüttete nur mehr tot geborgen werden.

 

Brände

Im Herbst 1665 brach außerhalb der Kirche in Christians Tschalleners Haus “ beim Gespinnstdörren “ ein Feuer aus. Es entwickelte sich zu einem Großfeuer und vernichtete das Gebäude samt allen Nachbarhäusern.

Am 30. August 1673 entstand im Innerdorf im Haus des Dorfrichters Thomas Pfeifer jun. (Haus Nr. 7) beim Fleischselchen ein verheerender Großbrand, der nahezu das ganze Dorf einäscherte. Auch die Kirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Ischgler gerieten durch die Katastrophe in große Not. Den Geschädigten wurden deswegen auf einige Jahre die Steuern erlassen. Thomas Pfeifer jun. wurde auf Schadenersatz geklagt. Als Entschädigung zahlte er der Kirche 70 Gulden und erlaubte der Gemeinde den Geißtrieb in die Klauspleiß.

In Außerversahl brannten am 26. August 1719 drei Häuser ab.

Ein schadhafter Kamin war am 27. Februar 1870 in der kleinen Fraktion Platt die Ursache eines furchtbaren Brandunglückes.
Gegen 22.00 Uhr verbrannten im Haus Nr. 93 unterhalb der Dreikönigskapelle fünf Kinder des Vieharztes Ignaz Pöll, vier Mädchen und ein Bub im Alter von 8 bis 21 Jahren (Maria Theresia 21 Jahre, Maria Balbina 18 Jahre, Maria Aloisia 16 Jahre, Elisabeth 12 Jahre, Ignaz 7 Jahre ...
Überreste wurden gefunden und begraben. Auszug aus dem Sterbebuch III der Pfarre Ischgl).
Das Haus wurde nicht mehr aufgebaut. Am Brandplatz errichtete Ignaz Pöll zur Erinnerung an diese schreckliche Katastrophe eine kleine Kapelle.

Am 29. Dezember 1894 läuteten um 20.00 Uhr die Sturmglocken. Es gab Feueralarm im Weiler Paznaun. Die Feuerwehr fuhr mit ihrer Spritze zur Brandstelle (Haus Nr. 116),wo die Witwe Martha Mattle beim Füttern ihrer in der Stube befindlichen Hennen aus Unvorsichtigkeit eine Petroleumlampe umgestoßen hatte, sodaß ihre Kleider Feuer gefangen hatten. Die Frau brannte lichterloh. Ihre Brandwunden waren so stark, daß sie nach 18 Stunden verstarb. Im Haus der Witwe entstand nur geringer Sachschaden.

Ein neuerbautes Haus mit Stall und Stadel verbrannte am 20. Juli 1905 um 11.00 Uhr in der inneren Neder zu Mathon. Eine Familie mit sieben Kindern wurde obdachlos.

Durch einen Kurzschluss entstand am 28. Dezember 1932 im neuen Haus von Hermenegild Ganahl (Greatlis) in Hinterkrist Feuer.
Die Feuerwehren von Ischgl, Mathon und Galtür erschienen mit Zweispännern und Autos am Brandplatz. Die drei neuen Motorspritzen, die ihre Feuerraufe bestanden, und die alte Ischgler Feuerspritze konnten den Brand unter Kontrolle bringen. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser und Städel wurde vereitelt. (Mit den damaligen Mitteln eine Meisterleistung) Hermenegild Ganahl mit seinem Sohn und Schmiedemeister Josef Handle mit seiner Familie wurden obdachlos.
Dem jungen Tischlermeister Julius Kathrein (Juler) gingen im Keller alle Maschinen seiner modernen Schreinerei zugrunde.

Am Heiligen Abend 1939 vernichtete ein Brand die alte Thaja der Gampenalpe. Grenzwächter hatten den Ofen überheizt.

Am Nachmittag des 12. Dezember 1967 brannte in Pasnatsch das alte Haus von Magnus und Kathi Zangerl. Da an diesem Nachmittag der Strom abgeschaltet war, mußten die Feuerwehrmänner durch Hornsignale und Fernsprecher alarmiert werden.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Jänner 1980 zerstörte ein Brand das im Jahre 1975 erbaute Höllboden Restaurant bis auf seine Kellermauern.

Eine riesige Feuersbrunst wütete in der Nacht vom 17. auf den  18. August 1987 im Unterdorf. Sechs Wirtschaftsgebäude, nämlich die von Richard Zangerl, Josef Zangerl, Karl Zangerl, Eugen und Heinrich Zangerl und Franz Wechner standen meterhoch in Flammen.
Die Feuerwehren aus Ischgl, den Nachbargemeinden und dem Bezirk versuchten unter schwierigsten Einsatzbedingungen ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarobjekte zu verhindern. Das Hotel Trofana fing Feuer und brannte fast vollständig aus. Erst nach einigen Stunden konnte das Großfeuer zur Gänze unter Kontrolle gebrachte werden.
Der Schaden wurde von Experten auf rund  70 Mio. Schilling geschätzt. Dieser Brand war 1987 der größte in Tirol.

Brand 1987

Haarscharf entging Ischgl am 5. Jänner 1989 einer Feuerkatastrophe. Kurz nach 4.00 Uhr geriet durch Brandstiftung im Dorfzentrum der Stadel von Bäckermeister Elmar Kurz in Brand.
Durch das prompte Eingreifen der Paznauner Feuerwehren und der Stadtfeuerwehr Landeck konnte das Feuer rasch lokalisiert und ein Übergreifender Flammen auf benachbarte Wohn- und Geschäftsgebäude verhindert werden.

Nur dreieinhalb Wochen nach dem letzten Großfeuer krähte am 29. Jänner 1989 neuerlich der rote Hahn. In den frühen Morgenstunden stand diesmal “Karalis Stadl”, das Wirtschaftsgebäude von Erich Jehle, lichterloh in Flammen. Rund 200 Feuerwehrleute aus dem Paznaun und Landeck kämpften gegen das Feuer. Sie konnten glücklicherweise ein Ausweiten des Brandes auf die umliegenden Gebäude und damit die Katastrophe verhindern. Auch dieses Feuer war gelegt worden.
Verständlicherweise herrschte nach diesem Brand unter allen Dorfbewohnern Angst und Aufregung.
Auf Anraten der Kripo und Ersuchen des Bürgermeisters wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Ischgl eine Brandwache installiert. Vom 29. Jänner bis nach Ostern patrouillierten in der Nacht drei bis sechs Wehrmänner im Dorf und und in den Weilern, um eventuell gelegte Brände sofort zu entdecken zu können. Diese Maßnahme wirkte auf die Bevölkerung sehr beruhigend.

Eine schier unfaßbare Brandstiftung ereignete sich am 21. Juli 1989.
Kurz nach 2.00 Uhr brannte der Fahnenschrank an der Nordseite des Ischgler Kirchturms. Das Feuer wurde Gott sei Dank frühzeitig entdeckt und durch den blitzartigen Einsatz der Feuerwehr Ischgl in wenigen Minuten mit Feuerlöschern und Wandhydranten vom Hotel Sonne gelöscht.

 

NOTRUFE

Euronotruf       112
Feuerwehr      122
Polizei            133
Rettung          144
 

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